Omega-3-Kapseln gibt es von zwei Euro bis sechzig Euro. Von außen sehen sie alle ähnlich aus: goldgelbe Kapseln in einer Dose. Die Unterschiede liegen im Inneren und auf dem Etikett. Hier zeigen wir dir, worauf du beim Kauf achten solltest.
Kurz gesagt: Bei Omega-3-Kapseln zählen EPA und DHA pro Tagesportion, nicht die Ölmenge. Wichtig sind außerdem ein geringer Oxidationsgrad (Peroxid-, Anisidin- und TOTOX-Wert), eine klar benannte Quelle, Antioxidantien in der Rezeptur, eine passende Kapselhülle und ein Hersteller, der Analysen vorlegen kann.
1. EPA und DHA zählen, nicht die Ölmenge
Der häufigste Trick: Groß auf der Packung steht „1.000 mg Omega-3“ oder „1.000 mg Fischöl“. Entscheidend ist aber, wie viel EPA und DHA tatsächlich enthalten sind. Ein einfaches Fischöl enthält oft nur etwa ein Drittel EPA und DHA, der Rest sind andere Fette. Schau in die Nährwerttabelle und addiere EPA und DHA pro Tagesportion.
Bei unserem Omega 3 sind das pro Tagesportion 500 mg DHA und 100 mg EPA aus 1.000 mg Algenöl.
2. Tagesportion statt Kapsel
Manche Hersteller geben die Werte pro Kapsel an, empfehlen aber drei oder vier Kapseln täglich. Andere nennen die Tagesportion. Rechne immer auf die empfohlene Tagesmenge um, sonst vergleichst du Äpfel mit Birnen. Und rechne den Preis pro Tag, nicht pro Dose.
3. Oxidation: das unterschätzte Qualitätsmerkmal
Omega-3-Fettsäuren sind empfindlich und oxidieren leicht, sie werden ranzig. Das passiert bei der Herstellung, bei schlechter Lagerung und nach dem Öffnen. Oxidierte Öle schmecken und riechen unangenehm und sind nicht das, was du kaufen willst.
In der Branche wird der Oxidationsgrad mit Kennzahlen wie der Peroxidzahl, der Anisidinzahl und dem daraus berechneten TOTOX-Wert gemessen. Seriöse Hersteller lassen diese Werte prüfen und können sie auf Nachfrage nennen. Die internationale Omega-3-Branchenorganisation GOED hat dafür freiwillige Richtwerte veröffentlicht.
Ein einfacher Test zu Hause: Beiß eine Kapsel auf oder stich sie an und riech daran. Riecht der Inhalt stark ranzig, scharf oder unangenehm, ist er vermutlich oxidiert.
4. Antioxidantien in der Rezeptur
Damit das Öl stabil bleibt, setzen Hersteller Antioxidationsmittel zu, etwa Tocopherole (Vitamin E) oder Rosmarinextrakt. Das ist kein Nachteil, sondern ein Zeichen dafür, dass an die Haltbarkeit gedacht wurde. In unserem Omega 3 sind es Rosmarinextrakt und tocopherolreiche Extrakte.
5. Quelle und Herkunft
Fischöl, Krillöl oder Algenöl? Alle liefern EPA und DHA. Algenöl ist vegan und stammt aus kontrollierten Kulturen. Bei Fischöl lohnt sich die Frage nach der Fischart und nach Nachhaltigkeitszertifikaten. Seriöse Hersteller nennen die Quelle konkret, bei Algenöl etwa die Algenart, bei uns Schizochytrium sp.
6. Schadstoffe
Für Schwermetalle und andere Schadstoffe gelten gesetzliche Grenzwerte, die alle Produkte einhalten müssen. „Frei von Schwermetallen“ ist deshalb eine Aussage, bei der du nachfragen darfst: Was wurde gemessen, und wie oft? Aussagekräftiger als Werbesprüche sind Analysezertifikate, die ein Hersteller auf Anfrage vorlegen kann.
7. Kapselhülle
Klassische Kapseln bestehen aus Gelatine, meist vom Rind oder Schwein. Für eine vegetarische oder vegane Ernährung braucht es Hüllen aus pflanzlichen Stoffen, etwa aus modifizierter Stärke, wie bei unserem Omega 3.
8. Lagerung
Bewahre Omega-3-Kapseln kühl, trocken und lichtgeschützt auf, nicht auf der Fensterbank oder neben dem Herd. Nach dem Öffnen die Dose gut verschließen und innerhalb der angegebenen Zeit verbrauchen.
9. Werbeversprechen
Omega-3 wird gern mit Aussagen zu Gelenken, Entzündungen, Haut oder Stimmung beworben. In der EU zugelassen sind aber nur Aussagen zu Herzfunktion, Gehirnfunktion, Sehkraft sowie zur Entwicklung von Gehirn und Augen beim Kind, wenn die Mutter DHA aufnimmt, jeweils ab bestimmten Mengen. Wer mehr verspricht, verspricht zu viel.
Häufige Fragen
Worauf muss ich bei Omega-3-Kapseln achten?
Auf die Menge an EPA und DHA pro Tagesportion, einen geringen Oxidationsgrad, eine klare Quelle und nachvollziehbare Analysen.
Was ist der TOTOX-Wert?
Eine Kennzahl für den Oxidationsgrad von Ölen, berechnet aus Peroxid- und Anisidinzahl. Je niedriger, desto frischer.
Woran erkenne ich ranziges Omega-3?
Eine aufgestochene Kapsel riecht stark ranzig, scharf oder unangenehm.
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Fazit
Bei Omega-3-Kapseln zählen EPA und DHA pro Tagesportion, eine geringe Oxidation, eine klar benannte Quelle und ein Hersteller, der Analysen vorlegen kann. Der Preis pro Dose sagt darüber wenig.
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