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Chlorophyll: Was der grüne Pflanzenfarbstoff ist und was nicht

Chlorophyll ist der Grund, warum Bio Green Flow so intensiv grün ist. Gleichzeitig ist es einer der am meisten überschätzten Stoffe im Gesundheitsmarketing. „Flüssiges Sonnenlicht“, „blutbildend“, „entgiftend“: Die Versprechen sind groß. Hier erklären wir, was Chlorophyll tatsächlich ist und was davon übrig bleibt, wenn man genau hinschaut.

Kurz gesagt: Chlorophyll ist der grüne Pflanzenfarbstoff, mit dem Pflanzen Licht in Energie umwandeln. Es ähnelt im Aufbau dem Häm des Blutfarbstoffs, enthält aber Magnesium statt Eisen und wird nicht zu Hämoglobin umgebaut. Für Chlorophyll gibt es keine zugelassenen Gesundheitsaussagen. Viele Studien betreffen zudem das halbsynthetische Chlorophyllin.

Was ist Chlorophyll?

Chlorophyll ist der grüne Farbstoff der Pflanzen. Er sitzt in den Chloroplasten, kleinen Zellbestandteilen in Blättern und Algen, und fängt Sonnenlicht ein. Mit dieser Energie bauen Pflanzen aus Kohlendioxid und Wasser Zucker auf und geben dabei Sauerstoff ab. Dieser Vorgang heißt Photosynthese und ist die Grundlage fast allen Lebens auf der Erde.

Es gibt mehrere Formen, bei Landpflanzen und Grünalgen vor allem Chlorophyll a und b. Je mehr Chlorophyll eine Pflanze enthält, desto satter ist ihr Grün. Besonders reich daran sind junge Gräser wie Weizengras, Blattgemüse wie Spinat und Algen wie Chlorella, deren Name sich direkt vom Chlorophyll ableitet.

Der Vergleich mit dem Blut

Eine oft erzählte Geschichte: Chlorophyll sei „fast identisch“ mit dem roten Blutfarbstoff Hämoglobin und deshalb gut für das Blut. Wahr ist, dass beide Moleküle ein ähnliches ringförmiges Grundgerüst haben. Im Zentrum sitzt beim Chlorophyll aber Magnesium, beim Häm des Hämoglobins Eisen. Der Körper baut Chlorophyll nicht in Hämoglobin um. Die Ähnlichkeit ist chemisch interessant, hat aber keine belegte Bedeutung für die Blutbildung.

Chlorophyll und Chlorophyllin

In vielen Produkten, besonders in Tropfen und „Chlorophyll-Wasser“, steckt nicht natürliches Chlorophyll, sondern Chlorophyllin. Das ist eine halbsynthetische, wasserlösliche Variante, bei der das Magnesium meist durch Kupfer ersetzt wurde. Als Lebensmittelfarbstoff trägt sie die Nummer E 141. Ein Großteil der Studien, die im Marketing zitiert werden, bezieht sich auf Chlorophyllin, nicht auf das Chlorophyll aus ganzen Pflanzen. Das ist ein wichtiger Unterschied, der gern unter den Tisch fällt.

Was man über Chlorophyll liest und was belegt ist

Chlorophyll soll entgiften, das Blut reinigen, gegen Körpergeruch helfen, die Haut verbessern und Energie liefern. Für keine dieser Aussagen gibt es in der EU eine Zulassung, und die Studienlage ist für die meisten dünn. Für Chlorophyll gibt es schlicht keine zugelassene gesundheitsbezogene Aussage.

Das heißt nicht, dass Chlorophyll wertlos ist. Es ist ein natürlicher Bestandteil grüner Pflanzen, und grüne Pflanzen gehören zu den Lebensmitteln, die Ernährungsgesellschaften immer wieder empfehlen, aus vielen Gründen gleichzeitig. Chlorophyll ist dabei eher ein sichtbares Zeichen für frisches Grün als ein Wirkstoff mit eigener, belegter Wirkung.

Chlorophyll als Frischezeichen

Chlorophyll ist empfindlich. Licht, Wärme, Säure und lange Lagerung bauen es ab, das Grün wird dann olivfarben oder bräunlich. Das kennst du von gekochtem Brokkoli, der zu lange im Topf war. Bei einem Greens-Pulver ist eine kräftige grüne Farbe deshalb ein Hinweis auf schonende Verarbeitung und gute Lagerung. Ein gräuliches oder bräunliches Pulver sollte dich stutzig machen.

Das ist auch ein Grund, warum du Bio Green Flow trocken, lichtgeschützt und bei Raumtemperatur aufbewahren und nicht in kochendes Wasser rühren solltest.

Grüne Zähne und grüner Stuhl?

Eine praktische Frage, die wir öfter bekommen: Chlorophyllreiche Pulver können die Zunge kurz grün färben, und bei größeren Mengen grüner Lebensmittel kann sich auch der Stuhl grünlich verfärben. Das ist harmlos und liegt am Farbstoff. Ein Glas Wasser danach hilft gegen die grüne Zunge.

Häufige Fragen

Ist Chlorophyll blutbildend?

Nein, das ist nicht belegt. Chlorophyll ähnelt dem Häm chemisch, der Körper baut es aber nicht in Hämoglobin um.

Was ist der Unterschied zwischen Chlorophyll und Chlorophyllin?

Chlorophyllin ist eine halbsynthetische, wasserlösliche Variante, meist mit Kupfer statt Magnesium, als Lebensmittelfarbstoff E 141 zugelassen.

Warum ist ein Greens-Pulver manchmal bräunlich?

Chlorophyll wird durch Licht, Wärme und lange Lagerung abgebaut. Ein kräftiges Grün spricht für schonende Verarbeitung.

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Fazit

Chlorophyll ist der Farbstoff, mit dem Pflanzen Licht in Energie umwandeln, und ein gutes Zeichen für frisches, schonend verarbeitetes Grün. Die großen Versprechen rund um Blut, Entgiftung und Energie sind nicht belegt. Wer grüne Pflanzen isst oder trinkt, tut das am besten wegen der ganzen Pflanze, nicht wegen eines einzelnen Moleküls.

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