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Magnesiummangel: Anzeichen, Ursachen und wann du zum Arzt solltest

Muskelzucken, Wadenkrämpfe, Müdigkeit: Schnell heißt es, das sei Magnesiummangel. Manchmal stimmt das, oft aber nicht. In diesem Artikel erklären wir, woran man einen Magnesiummangel erkennt, wer besonders betroffen ist und warum die Diagnose schwieriger ist, als viele denken.

Kurz gesagt: Ein Magnesiummangel kann sich durch Muskelzucken, Krämpfe, Kribbeln und Müdigkeit zeigen, diese Anzeichen sind aber unspezifisch. Häufiger betroffen sind Menschen mit bestimmten Medikamenten wie Diuretika oder Magensäureblockern, hohem Alkoholkonsum oder Darmerkrankungen. Nur etwa ein Prozent des Magnesiums ist im Blut, der Blutwert zeigt deshalb nicht alles.

Wie viel Magnesium braucht der Mensch?

Für Erwachsene empfehlen die Referenzwerte für Deutschland, Österreich und die Schweiz eine tägliche Zufuhr von etwa 300 mg für Frauen und 350 mg für Männer. Bei einer abwechslungsreichen Ernährung mit Vollkorn, Hülsenfrüchten, Nüssen und grünem Gemüse ist das gut erreichbar. Welche Lebensmittel viel Magnesium liefern, erklären wir in einem eigenen Artikel.

Mögliche Anzeichen

Ein ausgeprägter Magnesiummangel kann sich unter anderem durch Muskelzucken, Muskelkrämpfe, Kribbeln, Müdigkeit, Reizbarkeit und in schweren Fällen durch Herzrhythmusstörungen äußern.

Das Problem: Keines dieser Anzeichen ist eindeutig. Wadenkrämpfe etwa sind häufig und haben viele mögliche Ursachen, von Überlastung über Flüssigkeitsmangel bis zu Medikamenten. Müdigkeit kann hundert Gründe haben. Wer bei jedem Symptom Magnesium nimmt, übersieht womöglich die eigentliche Ursache.

Wer häufiger betroffen ist

Ein erhöhtes Risiko haben Menschen, die bestimmte Medikamente dauerhaft nehmen, etwa manche harntreibende Mittel (Diuretika) oder Magensäureblocker (Protonenpumpenhemmer) über längere Zeit. Außerdem Menschen mit hohem Alkoholkonsum, mit schlecht eingestelltem Diabetes, mit chronischen Durchfallerkrankungen oder Darmerkrankungen, die die Aufnahme beeinträchtigen, und ältere Menschen, die weniger essen und häufiger Medikamente nehmen.

Warum die Diagnose schwierig ist

Der größte Teil des Magnesiums im Körper steckt in Knochen, Muskeln und anderen Geweben. Nur ein sehr kleiner Teil, grob ein Prozent, befindet sich im Blut. Der Körper hält den Blutwert möglichst stabil, auch wenn die Speicher schon abnehmen. Ein normaler Blutwert schließt einen Mangel in den Geweben deshalb nicht sicher aus, ein niedriger Blutwert ist aber ein klares Signal.

Die Referenzbereiche für Magnesium im Serum liegen je nach Labor meist etwa zwischen 0,7 und 1,0 mmol/l. Die Einordnung gehört zu deiner Ärztin oder deinem Arzt, die auch Symptome, Medikamente und Vorerkrankungen berücksichtigen.

Wann du zum Arzt solltest

Bei häufigen oder starken Muskelkrämpfen, bei Herzstolpern oder Herzrasen, bei anhaltender Müdigkeit und wenn du Medikamente nimmst, die den Magnesiumhaushalt beeinflussen. Gerade Herzrhythmusstörungen sind kein Fall für die Selbstbehandlung.

Und was ist mit Nahrungsergänzung?

Magnesium aus Nahrungsergänzungsmitteln kann eine sinnvolle Ergänzung sein, wenn die Zufuhr über die Ernährung knapp ist. Zugelassen ist, dass Magnesium zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung, zu einer normalen Muskelfunktion, zu einer normalen Funktion des Nervensystems und zum Elektrolytgleichgewicht beiträgt. Einen ärztlich festgestellten Mangel behandelt aber die Ärztin oder der Arzt, gegebenenfalls mit einem Arzneimittel.

Bei Nierenerkrankungen solltest du Magnesium nur nach Rücksprache nehmen, weil die Nieren überschüssiges Magnesium ausscheiden. Und achte auf den zeitlichen Abstand zu bestimmten Medikamenten.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich einen Magnesiummangel?

Mögliche Anzeichen sind Muskelzucken, Krämpfe, Kribbeln und Müdigkeit. Sie sind aber unspezifisch und sollten ärztlich abgeklärt werden.

Wie viel Magnesium braucht man am Tag?

Die D-A-CH-Referenzwerte liegen bei etwa 300 mg für Frauen und 350 mg für Männer.

Ist der Magnesium-Blutwert aussagekräftig?

Nur eingeschränkt. Ein niedriger Wert ist ein klares Signal, ein normaler schließt einen Mangel im Gewebe nicht sicher aus.

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Fazit

Magnesiummangel ist möglich, aber seltener, als die Werbung vermuten lässt, und schwer an Symptomen allein zu erkennen. Wer zu einer Risikogruppe gehört oder anhaltende Beschwerden hat, lässt das ärztlich abklären. Für alle anderen ist die Ernährung der erste Ansatzpunkt, ein Präparat die Ergänzung.

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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

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